Sarah überzeugt in Mannheim PDF Drucken E-Mail
Wettkämpfe
Geschrieben von: Johannes Gathen   
Montag, den 29. Juni 2015 um 08:00 Uhr

DLV Junioren-Gala Mannheim
Sarah Schmidt überzeugt erneut

 

Am Wochenende fand in Mannheim mit der DLV-Junioren-Gala erneut dass international bedeutsamste Meeting für den Leichtathletik-Nachwuchs statt. Rund 250 deutsche Nachwuchsathleten der U20 trafen auf genauso viele Athleten aus 24 Ländern. Sarah Schmidt (LAZ/TSN), die einen der begehrten Startplätze vom DLV erhielt, traf in Mannheim im 800-m Rennen mit Anita Hinriksdottir (Island) und Renee Eykens (Belgien) auf die zur Zeit stärksten europäischen Juniorenläuferinnen. Doch für Sarah ging es in Mannheim nicht darum, erneut eine Spitzenzeit zu laufen, sondern ihr Ticket für die U20-EM abzusichern und einmal eine andere Lauftaktik zu testen. Trotz einer für sie sehr verhaltenen ersten Runde konnte Sarah Schmidt erneut  mit einer klasse Zeit von 2:03,42 min. überzeugen und lag als beste Deutsche nur eine knappe Sekunde hinter Eykens und Hinriksdottir. Damit sicherte sich die Süchtelnerin endgültig das Ticket für die U20-EM in Eskilstuna/Schweden (16. – 19.07.2015)

 

Als die mit Abstand zurzeit beste deutsche Nachwuchsläuferin und einer Bestzeit deutlich unter der vom DLV geforderten Norm für Eskilstuna (2:06,50 min) konnte Sarah in Mannheim ohne Druck an den Start gehen. In Absprache mit Bundesnachwuchstrainer Thomas Dreißigacker hatte sie mit ihrem Trainer Johannes Gathen eine für sie außergewöhnliche Renntaktik ausgewählt. Geht Sarah ihre Rennen normalerweise sehr offensiv an und versucht mit einer schnellen Runde sich aus jeglichem Gedränge heraus zu halten, sortierte sie sich in Mannheim auf der ersten Runde ganz bewusst im hinteren Feld ein und ging mit 63,5 Sekunden die ersten 400-m sehr ruhig an. Ziel für Sarah war es, zu lernen, sich aus dem Feld heraus freizulaufen. Dies setzte Sarah dann auch vortrefflich um. Schon in der Kurve erhöhte sie ihr Tempo und sammelte eine nach der anderen Läuferin ein. Bis zur 600-m Marke hatte sie dann zum zwischenzeitlich weit enteilten Führungsduo aufgeschlossen und das übrige Feld deutlich hinter sich gelassen. Die letzten 200-m lief Sarah dann nochmal in gut 30 Sekunden – so schnell wie noch nie auf dem letzten Teilstück. Zwar fehlten ihr auf den letzten Metern aufgrund ihres Zwischenspurts ein paar Körner um nochmal anzugreifen, aber als Dritte mit 2:03,42 min. lief sie die zweitschnellste Zeit ihrer noch jungen Karriere.

 

„Mit dem Rennen von heute hat Sarah gezeigt, dass sie nicht nur eine Frontläuferin ist, sondern auch andere Lauftaktiken umsetzen kann. Für die Läufe bei internationalen Meisterschaften ist dies enorm wichtig, da hier anders, als bei den Rennen in Deutschland, viele schnelle junge Damen antreten und die Rennen dadurch nicht so einfach von vorne zu gewinnen sind.“ erläuterte Sarahs Trainer Johannes Gathen das ungewöhnliche Rennen seiner Athletin. Diese Blick nun optimistisch Richtung U20-EM. Dort möchte sie natürlich in den Endlauf und dann im erneuten Duell mit den besten Juniorinnen Europas um die vorderen Plätze kämpfen.