Rostock: Silber und Bronze für Paula und Nick PDF Drucken E-Mail
Wettkämpfe
Geschrieben von: Johannes Gathen   
Montag, den 30. Juli 2018 um 08:07 Uhr

Deutsche Jugendmeisterschaften Rostock
Silber und Bronze für LAZ-Talente

Beim Saisonhöhepunkt der Leichtathletik-Jugend in Rostock erlebten die Talente der Vitusstadt ein spannendes Wochenende mit wechselhaften Gefühlslagen. Das Mönchengladbacher Trio Paula Schneiders, Jolina Schmitz und Nick Kämpgen (alle LAZ/TSN) freute sich einerseits über tolle Leistungen, musste andererseits aber auch kleine Enttäuschungenverkraften. Am Ende der drei Wettkampftage im hochsommerlichen Rostock blicken sie auf drei Finalteilnahmen sowie auf die Silbermedaille von Paula Schneiders und die Bronzemedaille von Nick Kämpgen zurück.

Ein glänzendes Wettkampfwochenende legte der 17-jährige Nick Kämpgen auf die Bahn. Er ging in der U18 im 1500-m Lauf an den Start. Freitags mittags musste Nick zunächst den Vorlauf überstehen. Er war in den zweiten Lauf gelost und sah, wie im ersten Lauf erheblich gebummelt wurde. In seinem Lauf war das Tempo deutlich höher, so dass er zum Schluss nicht alles geben musste um sicher über die Zeit (4:23,28 min.) ins Finale einzuziehen. Dies stand Samstagabend auf dem Programm. Nick erwartete ein typisches Taktikrennen, wie bei Meisterschaften oft der Fall. Somit reihte er sich erstmal am Ende des Feldes ein, um nicht in Rangeleien verwickelt zu werden. Das Tempo war dann auch extrem langsam und Nick konnte am Ende des Feldes das Renngeschehen gut beobachten. Nach gut 700-m wurde es ihm dann doch zu langsam und er setzte sich an die Spitze des Feldes und zog das Tempo langsam immer mehr an. Eingangs der letzten Runde eröffnete dann Jonas Just (Osterrode) das Rennen um die Medaillen mit einem sehr frühen Spurt. Nick reagierte blitzschnell und heftete sich an Just’s Fersen. Den beiden konnte nur noch der Myhler Jonas Völler folgen. Alle drei gingen im hohen Sprint auf die letzten 200-m und kämpften eng zusammenliegend um die Plätze. Am Ende hatte dann Jonas Völler die etwas größeren Kraftreserven und lief um Meistertitel. Knapp dahinter sicherte sich Nick Kämpgen die Bronzemedaille, nur 0,15 sec. hinter Jonas Just, der sich Silber sicherte. Nick erfühlte sich

in diesem packenden taktisch klug gestalteten Rennen den Traum der DM-Medaille. Keine Stunde danach stand dann Paula Schneiders in der U18 an der Startlinie des 1500-m Hindernislaufes. Sie wollte nach einer langen Saison mit dem Höhepunkt der U18 EM noch einmal ein gutes Rennen zeigen. Zum Missfallen der 16 Läuferinnen begann es vor ihrem Lauf anzu regnen. Paula ging vom Startschuss an in die Führungsrolle und ließ keinen Zweifel daran, dass sie ein schnelles Rennen wollte. Das Feld reihte sich hinter ihr auf und sie konnte sich dann kontinuierlich absetzen. Ihr Vorsprung stieg bis zum letzten Wassergraben auf vermeintlich komfortable 40-m an. Doch der letzte Wassergraben wurde ihm wahrsten Sinne des Wortes zu einem Hindernis für Paula. Auf dem durch den Regen glatten Hindernisbalken rutschte sie ab und viel in den Wassergraben. Während Paula sich aufrappelte und weiterlief, verkürzte hinter ihr Alisia Freitag (Esslingen) den Rückstand und kam bis auf wenige Meter an Paula heran. Auf der Schlussgeraden stürmte dann Freitag kurz vor dem Ziel an Paula vorbei, der ein wenig die Kraft fehlte entscheidend gegenzuhalten und lief in 4:49,38 min. zu Silber. Trotz des Missgeschicks am letzten Wassergraben freute sich Paula über die Vizemeisterschaft – wusste sie doch, dass sie in dieser Saison mit der Bronzemedaille bei der U18-EM ihr wichtigstes Saisonziel mehr als erreicht hatte.

Samstags mittags durfte auch die U20-Athletin Jolina Schmitz zu ihrem Vorlauf antreten. Sie stellte sich der 400-m Konkurrenz und hatte als primäres Ziel den Endlauf ausgegeben. Mit einem guten Rennen, bei dem sie die erste Rennhälfte schnell anging sicherte sie sich als zweite ihres Vorlaufes bei starkem Gegenwind auf der Zielgeraden mit sehr guten 56.70 sec. das Ticket für den Endlauf am Sonntag. Sie zog sicher mit der fünftbesten Zeit in den Endlauf und hatte in ihrem Lauf am Ende noch nicht alles gegeben. Hochmotiviert freute sie sich nun auf den zweiten Lauf. Doch der Sonntag sollte nicht ihr Tag werden. Schon beim Aufwärmen hatte Jolina das Gefühl, nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte zu sein. Für den Endlauf bekam sie Bahn 7 zugelost und hatte damit das große Feld im Nacken. Auch im Endlauf ging Jolina die ersten 200-m wieder sehr stark an und zog auf Rang fünf liegend fast gleichauf mit der dritten und vierten Läuferin durch die Zielkurve. Gut 60-m vor dem Ziel gingen Jolina dann aber die Kräfte aus und sie konnte ihr Tempo nicht mehr hochhalten. Somit blieb an Ende für sie leider nur der 8. Platz.